Brustdiagnostik

Jede achte Frau erkrankt an einem Mammakarzinom (Brustkrebs) in ihrem Leben, das heißt jedes Jahr werden über 70.000 Neuerkrankungen in Deutschland entdeckt. Für alle im GYNCOLLEGWESERLAND arbeitenden Frauenärzte ist es ein wichtiges Anliegen einen Knoten in der Brust möglichst früh zu erkennen sowie eine Erkrankung schnell, unkompliziert und fachkompetent zu behandeln.

Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie)

Die Mammographie ist die bedeutendste und derzeit effizienteste bildgebende Methode in der Diagnostik von Brusterkrankungen und dient in erster Linie der Früherkennung von Brustkrebs, da sehr kleine, noch nicht tastbare Knoten in der Brust sichtbar gemacht werden. Mit Hilfe der Mammographie gelingt es, selbst kleinste durch Mikrokalk erkennbare Mammakarzinome der Brust nachzuweisen, die in diesem frühen Stadium gut behandelbar sind. Die Tatsache, dass ein im Frühstadium entdeckter Brustkrebs sehr gute Heilungschancen hat, macht deutlich, warum eine regelmäßige Untersuchung der Brustdrüse überaus wichtig und sinnvoll ist.

Für ein optimal zu beurteilendes Röntgenbild ist eine Kompression der Brust erforderlich. Die Brust wird dabei zwischen zwei Platten gelegt und für kurze Zeit zusammengedrückt. Dies ist zwar unangenehm, führt aber zu einer Verringerung der Strahlendosis und zu einer zuverlässigen Darstellbarkeit kleiner, verdächtiger Veränderungen. Die Mammographie bei einer Frau vor den Wechseljahren sollte immer direkt nach einer Regelblutung erfolgen. Welche Strahlenbelastung verursacht eine Mammographie? Jeder Mensch ist einer natürlichen Strahlenbelastung ausgesetzt. Man nimmt strahlende Substanzen über die Nahrung und die Atmung auf. Radioaktive Stoffe sind in Böden und Gesteinsschichten vorhanden, die als Baustoffe in unseren Häusern zu einer Strahlenexposition führen. Außerdem gibt es kosmische Strahlung, der man z.B. auf einer Flugreise ausgesetzt ist. Bei der Mammographie liegt eine Strahlenbelastung vor, die mit der Belastung durch natürliche Strahlenquellen vergleichbar ist.

Seit April 2015 führen wir unsere differenzierte Brustsprechstunde im 1. Obergeschoß des Radiologischen Versorgungszentrums Ostwestfalen (RVZ) in der Ringstrasse 44, 32427 Minden durch. Im Rahmen einer Apparategemeinschaft mit den Kollegen des RVZ Ostwestfalen ist es nun möglich unseren Patientinnen hochmoderne Mammographie-Technologie mit geringster Strahlenbelastung anzubieten. Sämtliche Mammographien werden bei uns von zwei Ärzten befunden, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Eventuell notwendige Ultraschalluntersuchungen, Probeentnahmen oder Operationsaufklärungen werden vor Ort durchgeführt.

Digitales Vollfeld-Mammographie-System Hologic Selenia Dimensions
Im Vergleich zur herkömmlichen Mammographie erreicht dieses System eine hohe, räumliche Auflösung bei optimaler Kontrastwiedergabe, so dass Mikrokalk und Verdichtungen bei minimaler Röntgendosis besser erkennbar werden.
Die Terminvergabe erfolgt wie immer direkt an allen Standorten des GYNCOLLEGWESERLAND oder telefonisch in:
Lahde:
Tel.: 05702-85892
Eidinghausen:
Tel.: 05731-20311

Mammographie-Screening

Diese Untersuchung kann von Frauen zwischen 50 und 69 Jahren in Anspruch genommen werden.         Dr. Amendt und Dr. Lüneburg nehmen als befundende Ärzte an diesem Programm teil.
Jeder befundende Arzt muss jährlich 5.000 Mammographien auswerten und regelmäßige Fortbildungsnachweise erbringen.

3D - Schichtaufnahme (Tomosynthese)

Zusätzlich zur normalen Mammographie gibt es noch eine weitere wichtige Funktion: Bei der sogenannten Tomosynthese führt die Röntgenröhre aus verschiedenen Winkeln Aufnahmen von der Brust durch. Dabei bewegt sie sich in einem Bogen über die Brust und ermöglicht mit einer Serie von Bildaufnahmen eine dreidimensionale Darstellung des Gewebes. Die Strahlendosis einer gesamten Aufnahmeserie ist vergleichbar mit einer herkömmlichen Mammographie.
Dieses Verfahren ist empfehlenswert bei sehr dichtem Brustdrüsengewebe, um überlappende Strukturen auszublenden und so die Sicherheit zu erhöhen Knoten in der Brust oder Erkrankungen zu erkennen. Zudem lässt sich die Ausdehnung eines Herdbefundes genauer beschreiben und ein operatives Verfahren besser planen.

GYNCOLLEGWESERLAND - 3D - Schichtaufnahme (Tomosynthese)
GYNCOLLEGWESERLAND - 3D - Schichtaufnahme (Tomosynthese)

Brustultraschall

Nach der Mammographie stellt der Brustultraschall (Sonographie) das wichtigste bildgebende Verfahren zur Beurteilung der Brustdrüse dar. Sie ist schmerz- sowie strahlungsfrei und hat keine Nebenwirkungen. Bei unklaren Herdbefunden in der Mammographie, aber auch bei unklaren Tastbefunden wird zur Diagnosesicherung eine Brustultraschalluntersuchung durchgeführt.
Der Untersucher kann mit großer Sicherheit Aussagen über die Dignität eines Herdbefundes treffen. Falls der Befund weiterhin unklar bleibt, kann ebenfalls unter Ultraschallsicht eine Gewebeprobe erfolgen. Hierbei gibt es die Möglichkeit einer einfachen Feinnadel-Punktion oder der Entnahme eines Gewebe-Zylinders in örtlicher Betäubung zur weiteren Abklärung.
Insbesondere bei jungen Frauen (35 Jahre und jünger) ist die Sonographie in der Regel die erste Maßnahme zur Abklärung eines Tastbefundes.
Bezüglich der Erkennung kleiner Kalkablagerungen in der Brust (als möglicher Hinweis auf Krebsvorstufen) ist die Aussagekraft der Sonographie begrenzt. Sie kann deshalb die Mammographie nicht ersetzen.

GYNCOLLEGWESERLAND - Brustultraschall
GYNCOLLEGWESERLAND - Brustultraschall
GYNCOLLEGWESERLAND - Brustultraschall
GYNCOLLEGWESERLAND - Brustultraschall
GYNCOLLEGWESERLAND - Brustultraschall
 

Probeentnahme (Stanzbiopsie)

Nach Abschluss der bildgebenden Diagnostik (Mammographie, Sonographie) kann eine weitere Abklärung eines Befundes durch histologische Beurteilung erforderlich sein. Die dafür notwendigen Gewebeproben werden im Rahmen einer Stanzbiopsie gewonnen.

Dazu wird eine Hohlnadel mit hoher Geschwindigkeit unter Ultraschallsicht in den Befund eingebracht und mehrere Gewebezylinder entnommen, die dann feingeweblich untersucht werden. Ziel dieser diagnostischen Methode ist es, unklare Veränderungen abzuklären und, falls das Ergebnis die Gutartigkeit der Veränderung belegt, Operationen zu vermeiden.
Auch bei dringend verdächtigen Befunden kann die Anzahl notwendiger Operationen eingeschränkt werden, indem das Vorliegen eines Karzinoms bereits durch die Stanzbiopsie nachgewiesen werden wird. So ist die optimale Op-Planung bereits im Vorfeld möglich.